Ich befinde mich momentan in einer sehr belastenden Situation in meiner vierjährigen Beziehung, von der wir bereits 2 Jahre zusammenwohnen. Mein 26-jähriger Freund hat große Schwierigkeiten, beruflich Fuß zu fassen; seit seinem Abschluss als Berufskraftfahrer vor 1 1/2 Jahr gab es ein ständiges Auf und Ab mit Kündigungen und Arbeitslosigkeit. Da er oft krankgefeiert hat oder jetzt an neuen Jobs ständig etwas auszusetzen hat, bleibt die finanzielle Last fast komplett an mir hängen. Obwohl ich selbst noch in der Ausbildung bin und nur 1200 € verdiene, habe ich uns in den letzten Monaten allein durchgebracht.
Während ich arbeite, bestand sein Alltag oft nur aus Zocken und Fernsehen, teilweise bis in die Morgenstunden, während der Haushalt an mir hängen bleibt. Wenn er sich doch mal bewirbt, hat er völlig unrealistische Erwartungen an Gehalt und Verträge. Was mich aber am meisten verletzt, ist sein kontrollierendes Verhalten: Er redet mir in meine Kleidung und mein Make-up rein. Unsere gemeinsame Zeit beschränkt sich leider fast nur noch auf das Erledigen von Einkäufen; richtige Dates oder ein Urlaub, in dem wir mal nur zu zweit sind, findet nicht statt.
Sogar seine eigenen Eltern haben mir schon gesagt, dass er schon immer schwierig war mit dem Thema arbeiten und irgendwo Fuß zu fassen und sein Vater ihn deshalb sogar schon einmal rausgeworfen hat. Sie haben mir gegenüber signalisiert, dass sie es verstehen könnten, wenn ich irgendwann meine Sachen packe und gehe. Aktuell hat er Anfang April ab dem siebten einen neuen Job angefangen nach einigen Monaten Arbeitslosigkeit und er hat sich jetzt schon wieder zwei Wochen krankschreiben lassen, weil es dort auf der Arbeit so schlimm ist, alle unfreundlich zu ihm sind und ihm die Arbeitszeiten nicht passen, dass wir so viel arbeiten muss als Berufskraftfahrer . Sein Alltag ist wieder so wie in der Arbeitslosigkeit. Er hat nicht mit einem ganzen Monat geschafft, ohne sich krank zu melden dann stört mich noch zusätzlich, dass er kiffen muss und so viel zocken. Ich fühle mich einfach nur noch müde, überfordert und nicht mehr gesehen. Das Problem ist, dass ich ihn trotz allem immer noch sehr liebe und die Hoffnung nicht ganz aufgeben will. Doch ich frage mich immer öfter, ob Liebe allein wirklich reicht, wenn so viele grundlegende Dinge nicht funktionieren. Gleichzeitig weiß ich nicht, wohin ich soll, da das Verhältnis zu meinen Eltern schlecht ist.